Zu viele vergebene Chancen in Leipzig

– Ein bayerisches Drama auf sächsisch in zwei Akten

„Eine Auswärtsfahrt mit dem Bus? – Kann doch jeder!“, dachten sich zwei Mitgliederinnen des TVG Fanclub Herzschlag Blau-Weiß e.V in der Sommerpause und schon war eine neue Idee geboren: Eine Auswärtsfahrt mit dem Zug! Aufgrund der Staffeleinteilung war dies gar nicht so einfach, immerhin mussten diverse Faktoren bedacht werden:

• Der Auswärtsfahrtenplan von Uli und Ivonne:
Welcher Spielort und welcher Spieltag ist für eine solche Fahrt geeignet?

• Und natürlich mussten die Fahrzeiten und Umstiege passen.
Schon bald kristallisierte sich Leipzig als Ziel heraus. Vier Stunden Zugfahrt ab Aschaffenburg mit einem Umstieg bis Leipzig, die Halle im Zentrum der Stadt. – Perfekt!

*****

Am 18. Februar 2017 ging es endlich los. Vom Aschaffenburger Hauptbahnhof fuhren wir zu fünft pünktlich um 07:35 Uhr, mit einem Zwischenstopp in Frankfurt, nach Sachsen, wo wir ohne Verspätungen um halb zwölf ankamen.
Nach dem Check-in im Hotel machten wir uns auf den Weg in die Stadt zum Essen, Bummeln und auf Sightseeingtour. Schließlich hat Leipzig, ebenso wie Dresden, viele Sehenswürdigkeiten, die es zu entdecken galt.

Am Abend ging es in Richtung Halle in die Brüderstraße. Passend zu unserem Verein lautete der Name unserer S-Bahn Haltestelle „Bayerischer Bahnhof“, was uns zum Schmunzeln brachte. Nach einem kurzen Fußweg erreichten wir die Handballhalle, wo wir auf der Tribüne Roland Eppig, der der Mannschaft treu als Busfahrer fungierte, sowie auf unseren Hallensprecher Malte trafen.

Die frisch renovierte Halle wirkte sehr einladend, das Highlight hier war definitiv die große Leinwand, auf der beim Warmmachen die Musikvideos der Lieder mitliefen. Während des Spiels diente sie als digitale Anzeige des Kaders. (Wir fragen uns immer noch, wer Andreas ist 😉 und wo Patrick abgeblieben ist… Siehe beigefügtes Bild.)

Besonders erwähnen möchten wir hier auch die freundlichen Begegnungen mit den Leipziger Fans, sowie den Verantwortlichen des Vereins!

Das Spiel begann vielversprechend, doch schnell zeigte sich, dass dies noch eine harte Nuss werden würde. Zur Halbzeit stand es 11:11. Nach dem Seitenwechsel konnten sich die Leipziger in der 37. Spielminute erstmals mit drei Toren beim 15:12 absetzen. In der 46. Minute kam es durch einen verwandelten Siebenmeter von Spatzi zum 16:16 Ausgleichstreffer. Fünf Minuten später brachte uns Mario mit seinem dritten Feldtortreffer in Führung. Ein Zweitorepuffer reichte gegen die starken Sachsen nicht aus. Nach 58 gespielten Minuten stand es dank einem eingenetzten Siebenmeter von Tom Spieß 19:20. Die Spannung in der Arena stieg, als es kurz vor Schluss erneut zum Ausgleich und zur Führung durch die Leipziger kam. Die Uhr an der Anzeigetafel zeigte nur noch wenige Sekunden zu spielen, als der Ball zusammen mit dem Pfiff des Schiedsrichters hinter der gegnerischen Linie landete. – Auszeit TVG – Treffer nicht gegeben. Unserer Mannschaft blieben noch drei Restsekunden, die leider nicht mehr zum Unentschieden reichten.

Der TV Grosswallstadt unterlag der SG LVB Leipzig Handballl vor 160 Zuschauern mit 21:20.

Man war sich einig, dass dies kein unverdientes Resultat war, denn zu viele vergebene Chancen, darunter vier Siebenmeter (dreimal Spatz, einmal Stark), sowie der gesundheitlich bedingte Ausfall vieler Spieler, welche große Lücken hinterließen, konnten nicht wettgemacht werden.

Bester Werfer in unserem Team war Spatzi mit 8/4 Toren, gefolgt von Mario mit 4/1 Toren.

Ebenfalls vier Treffer erzielte Georg Eulitz, der beste Schütze auf Leipziger Seite.

Der anschließende Trainertalk, der vom kompetenten Hallensprecher der Leipziger geführt wurde, war sehr aufschlussreich. Da der Aufstieg nun erstmal in weitere Ferne gerückt ist, wurde die Frage nach dem Saisonziel gestellt. Unser Trainer Heiko Karrer antwortete ganz klar mit einem:

„Den Klassenerhalt sichern!“

Wer jetzt denkt, dass dieses Spiel mit all seinen Höhen und Tiefen bereits das größte Erlebnis des Ausflugs war, der irrt sich. Nachdem wir todmüde gegen halb zwei ins Bett fielen, wurden wir bereits nach einer Stunde Schlaf wieder durch einen Feueralarm des Hotels geweckt und mussten dieses verlassen. Nach einem kurzen Feuerwehreinsatz, der sich glücklicherweise als Fehlalarm herausstellte, durften wir schon bald wieder auf die Zimmer zurück und man gönnte uns ein paar weitere Stunden Schlaf. Am nächsten Tag besuchten wir nach einem ausgiebigen Frühstück noch den Uni-Turm, von dessen Plattform man im 31. Stock bei 120 Meter Höhe eine wunderbare Aussicht über die Stadt hat. Um halb eins fuhren wir wieder nach Hause und erreichten Aschaffenburg pünktlich um 16:50 Uhr.

Fazit:

Eine Auswärtsfahrt mit dem Zug ist mindestens genauso entspannt wie mit dem Bus. Das Spiel lassen wir in diesem Fazit mal unkommentiert. Es war ein sehr schöner Ausflug nach Leipzig, bei dem auch das Wetter gepasst hat. Es wurde einstimmig beschlossen, diese Tour in der kommenden Saison zu wiederholen – sollten wir dann noch mit Leipzig in einer Staffel spielen. 😉

Bericht und Bilder von:

Christina Hauk
Barbara Kempf